Nachhaltigkeit
In Lemgo

Nachhaltigkeitsstrategie Lemgo 2035
Nachhaltigkeitsstrategie Lemgo - doppelseitig
Nachhaltigkeitsstrategie Lemgo - einseitig
Zusammenfassung der beschlossenen Leitbilder und Ziele
Zusammenfassung der beschlossenen Leitbilder, Ziele und Maßnahmen (Stand 11/2024) - eine Erweiterung der Maßnahmen ist jederzeit möglich und gewünscht. Anregungen und Vorschläge senden Sie gerne per E-Mail an a.drewes@lemgo.de

Mitmach-Mittwoch am 15. April 2026 - ab 11Uhr
HF Ressourcenschutz und Klimafolgenanpassung
„Ressourcenschutz und Klimafolgenanpassung“ ist das Thema des zweiten Mitmach-Mittwochs der Stadtverwaltung. Bei der Veranstaltungsreihe zum Mitmachen rücken wechselnde Themen der Lemgoer Nachhaltigkeitsstrategie in den Mittelpunkt. Am 15. April gibt es spannende Mitmach-Angebote, einen Flohmarkt und Führungen von der Bega bis zum Stadtwald.
Im anno 1578 erwartet die Gäste zwischen 11 Uhr und 15 Uhr ein buntes Programm für alle Altersgruppen. Zu jeder vollen Stunde geben kurze Vorträge verständliche Einblicke in Themen wie Stadtklima, Klimafolgenanpassung oder Abfallvermeidung. Parallel dazu laden zahlreiche Mitmach- und Informationsstände dazu ein, selbst aktiv zu werden. So können Besucherinnen und Besucher zum Beispiel Seed Balls herstellen – kleine Kugeln aus Erde, Ton und Samen, die einfach in die Natur geworfen werden und dort Blumen wachsen lassen. Beim Müll-Memory lässt sich spielerisch lernen, wie richtige Abfalltrennung funktioniert, und es gibt praktische Tipps zur Abfallvermeidung im Alltag. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich am Projekt „Stadtgrün naturnah“ zu beteiligen.
Ein besonderes Highlight ist die Vorstellung des Projekts „BaKIM – Baum, KI, Mensch“ durch das Team von digital.interkommunal, bei dem der Gesundheitszustand des Lemgoer Stadtwaldes erfasst wird. Darüber hinaus können Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Themenfelder der Lemgoer Nachhaltigkeitsstrategie 2035 kennenlernen. Ein Flohmarkt der Frauen für Lemgo lädt zum Entdecken und Stöbern ein.
In vier Führungen geht es an die frische Luft. Um 12 Uhr erklärt Joachim Pung die Renaturierung der Bega und ihre Erfolge (Treffpunkt: Langenbrücker Tor). Um 15:30 Uhr gibt Igel-Experte Matthias Stock Tipps dazu, was man im eigenen Garten für Igel machen kann, und stellt dazu noch den neuen Igellehrpfad vor (Treffpunkt: Erlentreff). Förster Alexander von Leffern lädt um 16 Uhr zur anderthalbstündigen Führung durch den Stadtwald ein (Treffpunkt: Parkplatz Waldfriedhof Lüningheide). Den Abschluss bildet um 17 Uhr eine Führung über eine Streuobstwiese mit Rainer Kammler (Treffpunkt: Straße Zur Rickde, etwa mittig zwischen Im Bruche und Lüerdisser Weg; nahe Friedhof Lüerdissen oder Haltestelle „Lüerdissen Mitte“).
Alle Angebote sind kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bei Rückfragen steht die Koordinatorin und Klimaschutzbeauftragte Ronja Post per E-Mail unter r.post@lemgo.de oder telefonisch (05261 213-415) zur Verfügung.




Mit Rückenwind in Richtung 2035: Nachhaltigkeit in Lemgo wächst
Steuerungsgruppe für Nachhaltigkeitsstrategie trifft sich am 25. Februar 2026 im anno 1578
Hier können Sie sich die Präsentation zu den Projektbeispielen 2025 und 2026 anschauen
Im vergangenen Jahr hat die Lemgoer Politik die Nachhaltigkeitsstrategie der Alten Hansestadt beschlossen. Erarbeitet wurde diese im Rahmen einer Steuerungsgruppe, der rund 50 Akteurinnen und Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung angehören. Keineswegs müde nach diesem Meilenstein stand kürzlich das erste Treffen der Steuerungsgruppe an, um die noch fehlenden Themenbereiche für die Nachhaltigkeitsstrategie auszuarbeiten.
Zum Auftakt der Veranstaltung im anno 1578 in der Mittelstraße berichtete die Koordinatorin der Nachhaltigkeitsstrategie Anja Drewes fast eine Stunde über kleine und große Projekte, die im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie in 2025 umgesetzt wurden und für 2026 geplant sind. Darunter der erfolgreiche Gartenwettbewerb, der zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen inspiriert hat, die erste Gesundheitsmesse in Lemgo oder die Gründung der Genossenschaft „Wohnen in der Alten Hansestadt Lemgo eG“, um gleich mehrere wichtige Ziele zum Thema Wohnen und bezahlbarer Wohnraum zu unterstützen.
Auch bei den mit Kennzahlen verknüpften Zielen gab es viel Positives zu berichten. Sowohl die Publikumszahlen städtischer Kultureinrichtungen (+9 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2023) als auch die Teilnehmendenzahlen an nicht schulischen Bildungsangeboten von VHS, Stadtbücherei und Musikschule (+16 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2023) sind deutlich gestiegen und die im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie gesetzten Ziele für 2030 und 2035 sind beide jetzt schon erreicht. Publikumsstar in 2025 war die große Mitmach-Ausstellung „Die kleine Hexe“, die viele Familien und neue Zielgruppen in das Museum Hexenbürgermeisterhaus lockte. Auch der Stadtwald hat sich deutlich regeneriert und inzwischen sind schon 75 Prozent der 345 Hektar Kalamitätsflächen verjüngt.
Handlungsbedarf gibt es bei der Reduzierung des Restmüllaufkommens. Hier hatte sich der Pro-Kopf-Wert von 2023 auf 2024 um drei Kilogramm auf 100 Kilogramm erhöht. Auch wenn die Werte für 2025 noch nicht vorliegen, machte Anja Drewes hier Raum für Verbesserungen aus. Welche Möglichkeiten zur Müllvermeidung es gibt und welchen Beitrag die Bürgerinnen und Bürger leisten können, darum geht es auch beim nächsten Mitmach-Mittwoch, der am 15. April im anno 1578 unter dem Themenschwerpunkt „Ressourcenschutz & Klimafolgenanpassung“ stattfindet.
Die Mitglieder der Steuerungsgruppe waren von den überwiegenden mess- und spürbaren Erfolgen begeistert. Der Lemgoer Ansatz ist für andere Kommunen bereits Vorbild geworden. Dazu Joachim Höper, Geschäftsführer des Innovation Campus Lemgo e.V. und Teil der Steuerungsgruppe: „Es gibt es tolle Geschichten des Gelingens, die Mut machen und zeigen, wie gelebte Nachhaltigkeit auf die Attraktivität einer Stadt einzahlen kann. Das ist so attraktiv, dass andere Kommunen nun auch wissen wollen, wie das in Lemgo gemacht wird.“
Um die Nachhaltigkeitsstrategie transparenter und greifbarer zu machen, hat die Steuerungsgruppe beschlossen, die Bürgerinnen und Bürger zukünftig stärker einzubinden. Die Stadt arbeitet dafür gerade an einer Softwarelösung, mit welcher die Inhalte der Nachhaltigkeitsstrategie der Öffentlichkeit einfacher und transparenter zugänglich gemacht werden können. Auch wird es in diesem Jahr noch weitere Mitmach-Mittwoch-Veranstaltungen zu den einzelnen Themenschwerpunkten geben.
Um die Sichtbarkeit der Nachhaltigkeitsstrategie weiter zu erhöhen, wurde außerdem Profihandballspieler Nicolai Theilinger als neuer Nachhaltigkeitsbotschafter für Lemgo gewonnen: „Nachhaltigkeit ist für mich persönlich von großer Bedeutung. Zugleich fühle ich mich in Lemgo sehr wohl und möchte hier gerne mitwirken. Mir ist es wichtig, noch mehr Lemgoerinnen und Lemgoer zu erreichen und die zahlreichen Maßnahmen und Bemühungen, die in Lemgo bereits für mehr Nachhaltigkeit umgesetzt werden, sichtbarer zu machen und zum Teilnehmen einzuladen.“
Als neuer Nachhaltigkeitsbotschafter für Lemgo unterstützt Nicolai Theilinger die Stadt zum Beispiel bei einer geplanten Social-Media-Kampagne, die zeigen wird, wie Nachhaltigkeit vor Ort gelebt wird. Die Berichte sind vielfältig und handeln unter anderem vom Hochwasserinfosystem, informieren über das anno 1578 oder laden aktiv zum Mitmachen ein, um gemeinsam das Restmüllaufkommen in Lemgo zu reduzieren und noch vieles mehr.
In interaktiven Teil der Veranstaltung diskutierte die Steuerungsgruppe über den ersten Entwurf für die noch ausstehenden Handlungsfelder „Nachhaltige Mobilität“ und „Globale Verantwortung & eine Welt“ und notwendige Zielanpassungen. „In Lemgo gibt es sehr viele Projekte zum Thema Einsamkeit, ein konkretes Ziel fehlt jedoch und soll im Rahmen der rollenden Strategie ergänzt werden. Auch das Mitmachen und Kooperationsprojekte waren Thema und es kamen viele wertvolle Impulse zusammen“, freute sich Koordinatorin Anja Drewes.
„Es ist beeindruckend zu sehen, was alles erreicht werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen,“ lobt Professorin Dr.-Ing. Yvonne-Christin Knepper-Bartel, Vizepräsidentin für Bildung und Nachhaltigkeit der TH OWL, die gelungene Veranstaltung.


Mitmach Mittwoch am 21. Januar 2026
HF Gute Arbeit und nachhaltiges Wirtschaften
Der Auftakt ist gemacht: Unter dem Titel „Mitmach-Mittwoch“ lädt die Stadtverwaltung in diesem Jahr zum Dialog über die Lemgoer Nachhaltigkeitsstrategie ein. Beim ersten Mitmach-Mittwoch im anno 1578 ging es besonders um „Gute Arbeit und nachhaltiges Wirtschaften“. Viele Bürgerinnen und Bürger kamen vorbei, um Ideen einzubringen, mehr zu Nachhaltigkeit und eigenen Möglichkeiten zu erfahren und um der Podiumsdiskussion zum Thema „Gute Arbeit – auch mit KI“ zu lauschen.
„Oh, so einen großen Unterschied hätte ich nicht erwartet!“ war eine häufige Reaktion an der Klima-Waage. Damit konnten Interessierte im wahrsten Sinne des Wortes abwägen, wie viel CO2 verschiedene Aktivitäten und Gegenständen verbrauchen bzw. einsparen. Reduziert man beispielsweise die Zeit, die man unter der Dusche verbringt, um die Hälfte, spart man im Schnitt 341kg CO2 jährlich.
Größer Publikumsmagnet war die Podiumsdiskussion am Abend zum Thema „Gute Arbeit – auch mit KI“. Auf dem Podium diskutierten Dr. Sarah Depenbusch (Technische Hochschule OWL), Rudolf Langemann (Vorstand der Lebenshilfe Lemgo e.V.) und Daniel Neufeld (geschäftsführender Gesellschafter der Haustechnik Neufeld & Jodko GmbH) zu aktuellen Fragestellungen rund ums Arbeiten in Zeiten künstlicher Intelligenz. Bei dem interaktiven Format konnte sich das Publikum über ein Abstimmungsprogramm live beteiligen und den Verlauf der Diskussion mitbestimmen.
Schon mit der Beantwortung der ersten Frage („Ist KI wichtig für gute Arbeit?“) wurde klar, dass sich auch die Zuschauenden bereits Gedanken zu dem Thema gemacht hatten. Bei den meisten war die künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag aber bisher nur im geringen Maße eingebunden. Die meist genannte Anwendungsmöglichkeit waren Chatbots, um einfachere oder schwierigere Fragestellungen im Job zu lösen. „Insbesondere im Handwerk fehlt es derzeit noch an guten Anwendungsmöglichkeiten“, so Daniel Neufeld. Rudolf Langemann ergänzte: „Zum Diktieren von Berichten ist es eine Erleichterung. Aber bei der Lebenshilfe steht der Mensch im Mittelpunkt. Das darf sich auch durch KI nicht ändern.“
Bisher fehle es noch an klaren Grenzen, da waren sich die Diskutierenden einig. Arbeitgeber müssten klar definieren, wo KI im Arbeitsalltag eingesetzt werden soll und wie sie genutzt werden darf. Oftmals werde dieses noch als Grauzone wahrgenommen, was bei den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen Unsicherheiten hervorrufe. Dennoch sah Dr. Sarah Depenbusch viel Potential für die Zukunft: „In nahezu allen Bereichen wie Effizienzsteigerung, Kreativität und Nachhaltigkeit gibt es große Potentiale für KI. Das lässt sich nicht nur auf einen Bereich einschränken.“
Der erste Mitmach-Mittwoch bildete den Auftakt für die Veranstaltungsreihe. Mitte April ist der nächste Termin geplant.

STADT NACHHALTIG DENKEN - Veranstaltung am 07.07.2025
Ein Nachmittag voller Ideen für Lemgo
Anfang Juli 2025 fand unter dem Motto „Stadt nachhaltig denken“ eine besondere Veranstaltung der Alten Hansestadt Lemgo statt. Mit Beteiligten aus den Bereichen Stadtentwicklung, Mobilität, Klimaschutz, Ehrenamt, Smart City und mehr ging es um Nachhaltigkeit in all ihren Facetten. Im Mittelpunkt stand ein Erlebnispfad mit studentischen Projektideen, aus denen die Besucherinnen und Besucher eine Gewinneridee auswählten.
Trotz eines wetterbedingten Ortswechsels kamen viele Interessierte und erlebten einen abwechslungsreichen Erlebnispfad mit insgesamt zwölf Ständen und Plakatwänden. Die Stände wurden von Studierenden des Studiengangs Wirtschaftspsychologie der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) betreut. Im Rahmen des Moduls „Innovationspsychologie“ beschäftigten sich die Studierenden aus Lemgo mit der Fragestellung, wie innovative Dialogmaßnahmen und Interaktionsformate Bürgerinnen und Bürger motivieren können, sich aktiv mit den Nachhaltigkeitszielen der Stadt Lemgo zu identifizieren und an deren Umsetzung mitzuwirken.
Die Studierenden luden mit kreativen Ideen zur aktiven Teilnahme ein. Die Gäste konnten unter anderem internationale Speisen probieren, ein Brettspiel spielen und selbst versuchen, kaputte Kleidung zu reparieren. Die präsentierten Projektideen deckten vielfältige Themen ab, darunter Kultur, ehrenamtliches Engagement, Klimafolgenanpassung, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und lebendige Quartiere. Die kreativen Vorschläge umfassten beispielsweise Hitzeschutzmaßnahmen durch Urban Gardening, die LipNehmBank oder eine App, die den sicheren Weg durch die Dunkelheit unterstützt.
Am Ende des Erlebnispfades konnten alle Besucherinnen und Besucher mit Klebepunkten für ihr Lieblingsprojekt abstimmen. Den ersten Platz belegte das Team mit dem Projekttitel „Ehrenamt-Woche“. Dabei geht es um Lösungsansätze, über die bei Kindern und Jugendlichen das Bewusstsein für ehrenamtliches Engagement geschaffen werden kann „Diese Projektidee wird jetzt weiterentwickelt und soll im kommenden Jahr umgesetzt werden“, erklärte Anja Kern aus dem Stab des Bürgermeisters, die die Veranstaltung initiiert hatte.
Begleitet wurde der Erlebnispfad von Informationsständen der Stadt Lemgo, die unter anderem über Renaturierungsprojekte informierten, sowie von den Stadtwerken Lemgo, die unter anderem das Thema Eigenerzeugung präsentierten. Auch die TH OWL informierte über berufliche Perspektiven und beim Stand von digital.interkommunal konnte man selbst eine Drohne fliegen lassen.
Professor Dr.-Ing. Michael Minge, der das Studierendenprojekt von Seiten der TH OWL betreut, zeigte sich begeistert: „Die Studierenden hatten sichtlich Spaß und Motivation, ihre Projekte vorzustellen. Sie haben an dem Tag viel Wertschätzung für ihre Arbeit erfahren.“
Kommunale Nachhaltigkeitsstrategie Lemgo 2035
Wegweiser für eine zukunftsfähige Alte Hansestadt Lemgo
Am 31.03.2025 hat der Rat der Alten Hansestadt Lemgo mit großer Mehrheit die Leitbilder und Ziele der anliegenden Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen.
Die Erarbeitung erfolgte im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungsprozesses an dem rund 50 Lemgoer Akteurinnen und Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mitgewirkt haben.
„Diese Strategie ist mehr als ein Plan der Verwaltung – sie ist das Ergebnis vieler Perspektiven aus unserer Stadtgesellschaft. Sie ist als Dachstrategie angelegt, die Orientierung bietet und den Rahmen vorgibt. Eine nachhaltige Transformation kann aber nur gemeinsam gelingen, deshalb wollen wir die Strategie auch gemeinsam mit allen Lemgoerinnen und Lemgoern umsetzen“, erklärt Bürgermeister Markus Baier.
In einem ersten Arbeitsschritt hatte die Steuerungsgruppe eine Auswahl getroffen. Die Nachhaltigkeitsstrategie fußt nämlich einerseits auf den acht strategischen Stadtzielen, die der Lemgoer Stadtrat schon 2011 beschlossen und zuletzt 2022 weiterentwickelt hat, und auf dem 2022 erstmalig erstellten Nachhaltigkeitsbericht, der sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen orientiert. Das Ergebnis waren zehn Handlungsfelder für eine nachhaltige Kommunalentwicklung. Die Steuerungsgruppe entschied zunächst, auf welche Hälfte der Handlungsfelder im ersten Durchlauf der Fokus gelegt werden soll. Denn von Anfang an war klar, dass die Auswahl zu groß ist, um alle Felder auf einmal zu bearbeiten.
Die fünf Handlungsfelder sind „Lebenslanges Lernen & Kultur“, „Gute Arbeit & nachhaltiges Wirtschaften“, „Soziale Gerechtigkeit & zukunftsfähige Gesellschaft“, „Wohnen & nachhaltige Quartiere“ sowie „Ressourcenschutz & Klimafolgenanpassung“
Mit dem Beschluss der jetzigen Version ist die Arbeit daran noch nicht abgeschlossen. Die beiden strategischen Stadtziele „Haushalt“ und „Klimaschutz und Energie“ und die drei verbliebenen Handlungsfelder gilt es noch einzubinden um ein schlüssiges Gesamtbild zu schaffen.

Gerüst für Lemgoer Nachhaltigkeitsstrategie steht
Lemgo schließt die erste Projektlaufzeit erfolgreich ab
Fünf Leitlinien, 19 strategische Ziele, 51 operative Ziele und 154 Maßnahmen für die Lemgoer Nachhaltigkeitsstrategie: Das ist die Bilanz der Steuerungsgruppe mit fast 50 Akteuren aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung. Sie haben sich seit Februar damit beschäftigt, wie Lemgos Beitrag zur Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung aussehen kann. Mit der kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie für Lemgo wurden die acht bestehenden strategischen Stadtziele Lemgo weiterentwickelt und konkrete ökologische, ökonomische und soziale Ziele erarbeitet.
Zu Beginn der letzten Sitzung der Gruppe lobte Bürgermeister Markus Baier den „gelungenen Prozess“ und die hohe Beteiligung der Akteure. Dann übernahmen die Moderatoren Hauke Kessler und Paul Platner vom Büro LAG 21 und führten die Gruppe zur Abstimmung über das Handlungsprogramm, die einstimmig ausfiel. In den Details zeigte sich bei allem Blick in die Zukunft auch ein Bewusstsein für die Tradition der Alten Hansestadt: So soll in der Präambel das bekannte Zitat von Engelbert Kaempfer stehen: „Wir sehen alle eine Sonne, treten eine Erde, atmen alle eine Luft. Keine Grenzen der Natur, keine Gesetze des Schöpfers trennen uns voneinander.“
„Dass das gemeinsam erarbeitete Handlungsprogramm einstimmig von allen Steuerungsgruppenmitgliedern verabschiedet wurde, ist ein großartiges Ergebnis“, zieht Anja Kern (Strategieentwicklung Stadt Lemgo) eine Bilanz. Dabei seien besonders auch die durchaus kontroversen Diskussionen sehr wichtig und zielführend gewesen: „So konnten wir ein gemeinsames Werteverständnis erarbeiten.“
Inhaltlich wurde als neues Ziel unter anderem die Nachhaltigkeit von kulturellen Angeboten mit aufgenommen. Auch Maßnahmen zur Erhaltung und Ausweitung von Grünflächen und Bepflanzungen im Stadtraum waren Thema. Auf Grundlage der Arbeit der Steuerungsgruppe wird nun ein schriftliches Handlungsprogramm erstellt, das im Frühjahr 2025 durch den Stadtrat beschlossen werden soll. Damit ist die Arbeit aber noch nicht beendet: In 2025/26 werden Ziele für die noch fehlenden Handlungsfelder erarbeitet. Für die Steuerungsgruppe sind dann jährliche Treffen angedacht, bei denen über den aktuellen Stand berichtet und die Strategie gemeinsam weiterentwickelt wird. Für das Monitoring wird es zudem ein Kennzahlensystem und einen jährlichen Kennzahlenbericht geben, der auch auf der Homepage der Stadt Lemgo veröffentlicht wird.
Schon zwei Tage später hat Lemgo gemeinsam mit den anderen teilnehmenden Kommunen in Dortmund die Urkunde der ersten Projektlaufzeit im Rahmen der „Prozesskette Nachhaltigkeit NRW“ für die Nachhaltigkeitsstrategie erhalten. Bürgermeister Markus Baier sprach in einer Diskussionsrunde über die Stadtziele, die sich als gute Grundlage für die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie bewährt haben. Denn diese befassen sich unter anderem mit Ressourcenschutz und Klimafolgenanpassung, lebendigen Ortsteilen und Lemgo als Wirtschafts- und Hochschulstandort, was sich auch in den gewählten Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie widerspiegelt.
„Der Austausch mit anderen Kommunen, die innerhalb der Prozesskette Nachhaltigkeit einen wichtigen Baustein für die Nachhaltigkeit in ihrer Kommune geschaffen haben, war sehr bereichernd“, stellte die Lemgoer Klimaschutzmanagerin Ronja Post nach der Veranstaltung fest. Die Relevanz des Themas für alle Kommunen sei sehr deutlich geworden.
Strategie für eine nachhaltige Zukunft
Die Alte Hansestadt Lemgo hat sich erfolgreich um die Teilnahme am Projekt „Prozesskette Nachhaltigkeit NRW“ des Umweltministeriums NRW beworben und erhält nun bis Ende 2024 Unterstützung für die Erstellung einer kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie. Bei der Auftaktkonferenz in Dortmund haben sich die teilnehmenden Kommunen getroffen und ausgetauscht. Für die Alte Hansestadt Lemgo waren Anja Kern (Projektkoordinatorin, verantwortlich unter anderem für die Strategieentwicklung) und Ronja Post (stellvertretende Projektkoordinatorin und Klimaschutzbeauftragte) vor Ort.
„Für mich persönlich bedeutet Nachhaltigkeit, alle ökonomischen, ökologischen und sozialen Entscheidungen so zu hinterfragen und so zu treffen, dass die Menschen in der Gegenwart und der Zukunft bestmöglich leben können. Dabei müssen wir sicherstellen, dass keine Nachteile oder Schäden für nachfolgende Generationen und die Welt entstehen“, definiert Anja Kern das Thema, dem die neue Strategie dienen soll. Eine erste Grundlage dafür sind in Lemgo die acht Strategischen Stadtziele. Darauf aufbauend soll die Nachhaltigkeitsstrategie im Rahmen des Projektes ausgearbeitet werden.
Dazu konnten Anja Kern und Ronja Post in Dortmund viele Gespräche führen. „Der Austausch mit anderen teilnehmenden Kommunen hat gezeigt, welche Vielzahl an unterschiedlichen Ideen zur Umsetzung von Nachhaltigkeit schon vorhanden sind. Die Motivation, diese innerhalb des Prozesses umzusetzen, ist deutlich geworden“, berichtet Ronja Post von der Konferenz.
Eine resiliente und nachhaltige Kommunalentwicklung rückt generell immer stärker in den Fokus. Mit dieser Strategie will die Alte Hansestadt Lemgo konkrete Ziele und Maßnahmen entwickeln, um sich zukunftsfähig und lebenswert auszurichten. Um dabei den Überblick nicht zu verlieren, freut sich Lemgo über die professionelle Unterstützung durch das Programm „Prozesskette Nachhaltigkeit NRW“. Gemeinsam mit dem Projektpartner, der LAG21, mit dem die Alte Hansestadt 2021/2022 bereits einen Kommunalen Nachhaltigkeitsbericht erarbeitet hat, wird nun auf Basis unserer Strategischen Stadtziele eine Kommunale Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt.
Da die Ziele nur gemeinsam erreicht werden können und um sicherzustellen, dass die Ziele von der gesamten Hansestadt Lemgo gemeinsam getragen werden, erfolgt die Erarbeitung der Strategie im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungsprozesses, in dem Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingebunden werden. „Ende 2024 soll unsere Nachhaltigkeitsstrategie fertig sein, die uns für alle künftigen Entscheidungen als Wegweiser dienen soll“, stellt Anja Kern in Aussicht.


Nachhaltigkeitsbericht 2022 - Lemgo auf dem Prüfstand
„Kein Hunger, Weniger Ungleichheiten und Hochwertige Bildung“ – das sind drei der insgesamt 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG’s) zu denen sich die Vereinten Nationen 2015 mit der Agenda 2030 verpflichtet haben.
Damit diese ambitionierten und notwendigen Ziele erreicht werden können, braucht es uns alle!
Um unseren kommunalen Beitrag zu leisten und zu prüfen, ob unsere Handlungen im Einklang mit der Agenda 2030 sind, hat Lemgo in den letzten beiden Jahren im Rahmen des Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune (BNK) einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt.
Fazit: Wir starten wir nicht bei „Null“. Selbstverständlich gibt es noch umfassenden Handlungsbedarf aber es gibt bereits eine Vielzahl zukunftsweisender Projekte und Maßnahmen. Einige davon möchten wir mit dieser Fotokampagne vorstellen und damit aufzeigen, dass Nachhaltigkeit keine Zusatzaufgabe ist, sondern einen wertvollen Mehrwert für uns alle hat.










"Global Nachhaltige Kommune Nordrhein-Westfalen" (2021 - 2022)
Die Alte Hansestadt Lemgo ist eine von elf ausgewählten Modellkommunen im Projekt "Global Nachhaltige Kommune NRW" (GNK NRW), die erstmalig bei der Entwicklung von kommunalen Nachhaltigkeitsberichten begleitet werden.

