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Archivale des Monats Mai

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „80 Jahre Kriegsende“, die auch 2026 fortgeführt wird, widmet sich das Stadtarchiv Lemgo in diesem Jahr dem Thema Flucht und Vertreibung in der Nachkriegszeit. Auch das Archivale des Monats wird passend zum genannten Thema ausgewählt.

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Nach Kriegsende fehlten in Westdeutschland rund 5,5 Millionen Wohnungen. In Lemgo hatte es zwar kaum Bombardierungen gegeben, durch die ein großer Teil des Wohnungsbestandes in Deutschland zerstört worden war, aber auch hier verschärfte der stetige Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen die Wohnraumsituation erheblich. Zur Bewältigung der Wohnungsnot beschlossen die Alliierten in den westlichen Besatzungszonen umfassende ordnungspolitische Maßnahmen. Unter anderem umfassten diese die Einführung der Wohnungszwangsbewirtschaftung und die staatlich regulierte Zuweisung von Wohnraum in Privateigentum. Die kommunalen Wohnungsämter spielten hierbei eine zentrale Rolle: sie erfassten systematisch den vorhandenen Wohnraum und Wohnungssuchende, und verteilten freie Wohnungen oder Zimmer an Bedürftige. Das gezeigte Dokument, eine Bekanntmachung aus Brake vom 16. Januar 1946, ist ein Beispiel für die Wohnraumverteilung an Flüchtlinge und Vertriebene in Lemgo.