22. 01. 2020

Verfasser der Pressemitteilung: Stadtwerke Lemgo


Innovatives KWK-System statt eigener Klärschlammverwertung

Stadtwerke Lemgo erzeugen noch mehr Fernwärme mit Erneuerbaren Energien

Stadtwerke Lemgo

Lemgo. Den Lemgoer Klärschlamm im Sommer mithilfe überschüssiger Fernwärme vor Ort trocknen – und das entstehende Granulat im Winter anstelle von Erdgas zur Fernwärmeerzeugung nutzen: Diesen ökologischen Plan geben die Stadtwerke aufgrund einer noch fehlenden Förderzusage auf. Stattdessen starten sie ein anderes Klimaschutzprojekt in der Alten Hansestadt: Sie erhielten den Förderzuschlag für ein weiteres innovatives Kraft-Wärme-Kopplungssystem (iKWK), das zwei neue Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer Wärmepumpe und Solarthermie kombiniert. 30% der Wärme dieses Gesamtsystems werden mit Erneuerbaren Energien erzeugt!

"Nach wie vor würden wir das Thema Klärschlammverwertung in Lemgo sehr gerne angehen", berichtet Stadtwerke-Geschäftsführer. "Diese Investition ist zu 70 % förderfähig und mithilfe der Fördermittel auch wirtschaftlich. Allerdings wird über unseren im Oktober 2019 gestellten Antrag erst im März 2020 entschieden – und dann wären noch weitere Gutachten einzuholen."

Am 10. Februar muss aber der Rat der Stadt Lemgo bereits die Entscheidung fällen, ob die Klärschlammverwertung als Lemgoer Einzellösung oder im Rahmen einer OWL-Initiative erfolgen soll. "Eine eigene Klärschlammverwertung für Lemgo wäre eine ideale Lösung", meint auch Bürgermeister Reiner Austermann. "Da es dabei jedoch um Gebührenrecht geht, kann auf den erwarteten Förderbescheid der Stadtwerke leider nicht gewartet werden. Die Zeitpläne passen also in diesem Fall einfach nicht zusammen."

Umso mehr freut sich Arnd Oberscheven, dass die Stadtwerke kürzlich die Förderzusage für ein neues iKWK-System erhalten haben. Damit können sie ein weiteres Klimaschutzprojekt in und für Lemgo starten: "Die 1980 am Bruchweg gebaute Gasturbine wird durch eine höchst effiziente Motor-KWK-Anlage ersetzt, die klimaschonend Strom- und Fernwärme erzeugen wird", erklärt Uwe Weber, Bereichsleiter Strom- und Wärmeerzeugung. "Gleichzeitig wird das Blockheizkraftwerk auf dem Eau-Le Gelände an der Regenstorstraße um eine Wärmepumpe ergänzt. Diese Wärmepumpe nutzt die Umweltwärme der Bega, um ihren ökologischen Beitrag zur Wärmeerzeugung zu leisten. Und darüber hinaus entsteht im Bereich des Klärwerks eine Solarthermie-Anlage, die Wärme aus Sonnenenergie in unser Fernwärmenetz einspeisen wird."

Die Wärme aus der Solarthermie-Anlage und der Wärmepumpe werden nahezu CO2-neutral erzeugt. "Das ist eine tolle Sache", meint Stadtwerke Chef Arnd Oberscheven. "Und da diese Anlagenkombination nach ihrer geplanten Inbetriebnahme im Frühjahr 2022 auch Strom produziert, erreichen wir letztendlich noch mehr als durch die Klärschlammverwertung: Wir sind sehr stolz darauf, dass wir diese Förderzusage erhalten haben und so unseren Kurs als Klimaschutzpioniere für Lemgo immer weiter fortsetzen können."