25. 11. 2019

Verfasser der Pressemitteilung: Geschäftsstelle Historische Stadt- und Ortskerne in NRW


FACHTAGUNG 2019: "Werte – Wissen – Wandel"

Rathaus der Alten Hansestadt Lemgo

Am Donnerstag, 7. November 2019, fand im Kurhaus der Stadt Bad Salzuflen die diesjährige Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft statt. Rund 80 Teilnehmer/innen kamen zusammen, um sich in Vorträgen, Diskussionen und Stadtrundgängen zum Thema "Werte – Wissen – Wandel: Instrumente einer bestandsorientieren Entwicklung historischer Stadt- und Ortskerne in NRW" auszutauschen.

Nach der Begrüßung durch Dr. Roland Thomas, Bürgermeister der Stadt Bad Salzuflen und Dr. Reiner Austermann, Vorsitzender der AG Historische Stadt- und Ortskerne in NRW und Bürgermeister der Alten Hansestadt Lemgo, eröffnete Magdalena Leyser-Droste, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung, die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag. Sie gab einen Vorgeschmack auf mögliche Deutungsmuster und interdisziplinäre Herangehensweisen an die Analyse von historischen Stadtkernen und baukulturellem Erbe. Anschließend wurde das Handbuch "Historie weiterentwickeln – Analysen, Instrumente, Handlungsansätze" vorgestellt, das den Schwerpunkt der Fachtagung darstellte. Holger Hoffschröer (RHA) und Prof. Yasemin Utku (STADTGUUT) präsentierten die Ergebnisse der Studie zur methodischen Erfassung und Analyse von prägenden Bautraditionen und den knapp 12-monatigen Arbeitsprozess und dessen Ergebnisse. Auch Vertreter/innen der sechs Referenzstädte kamen mit ihren Erfahrungen und Empfehlungen aus Praxissicht im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu Wort.

Nach der Mittagspause konnte der historische Stadtkern von Bad Salzuflen in geführten Stadtrundgängen erkundet werden.

Am Nachmittag wurde in drei thematische Panels angeregt diskutiert. Im Bereich "Leerstand und Umnutzung" berichtete Bernhard Schudrowitz, Dipl.-Ing. Architekt AKTh, tätig bei der ProjektStadt als Sanierungsträger für die Stadt Gotha, von Erfahrungen aus Gotha: Mit der kommunalen Initiative "gotha lebt" und der Thüringer Landesinitiative "GENIAL zentral" sind erfolgreiche Modelle zur Belebung von Leerständen und Brachen entstanden. Durch Beratung zu Nutzungs-, Sanierungskonzepten konnten private Investoren für die Sanierung und Umnutzung von erhaltenswerten Bauten gewonnen werden. Die Bindung der Fördermittelvergabe an diese Beratung ermöglichte eine städtische Steuerung der Stadtentwicklungsprozesse.

Zum Thema "Instandhaltung und Sanierung" sprach Ernst van der Grijp, Geschäftsführer der Monumentenwacht Gelderland, Niederlande, über das Modell der Monumentenwacht. Denkmaleigentümer können hier Begutachtungen der Denkmalsubstanz sowie Beratung zu möglichen baulichen Maßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten erhalten. Diese serviceorientierte Form der Denkmalpflege wurde im Hinblick auf eine Übertragbarkeit in den deutschen Kontext diskutiert.

Mit Dirk Ohm, Verkehrsingenieur und Inhaber des IVAS – Ingenieurbüro für Verkehrsanlagen und -systeme, Dresden wurde im Bereich "Mobilität und Barrierefreiheit" über Mobilitätsfragen in historischen Stadt- und Ortskernen gesprochen. Angesichts der sich ständig wandelnden Anforderung, gerade auch im Bereich der E-Mobilität kann hier von einer Daueraufgabe der Stadtgestaltung gesprochen werden, die alle Beteiligten auch in Zukunft verstärkt beschäftigen wird.

Insgesamt können wir auf eine erfolgreiche und inspirierende Fachtagung 2019 blicken und hoffen, dass mit dem nun vorliegenden Handbuch eine konstruktive und lösungsorientierte Grundlage für künftige Entwicklungen in historischen Stadt- und Ortskernen entwickelt werden konnte.