Galenus, Claudius

Abb. Galenus, Claudius

VOLUPTATES VSVRAE MORBI
("Die Freuden des Genusses sind die Krankheiten")

Geboren: 129
Geburtsort: Pergamon in der Türkei
Gestorben: ca. 210

Der Sohn eines wohlhabenden Architekten erwirbt eine umfassende Allgemeinbildung, gute naturwissenschaftlich-mathematische Kenntnisse und beginnt mit 14 Jahren ein Philosophiestudium. Zwei Jahre später wechselt er zur Medizin. In Smyrna, Korinth und Alexandria hört er die berühmtesten Lehrer seiner Zeit. Mit 28 Jahren kann er als Gladiatorenarzt in Pergamon Erfahrungen in der Chirurgie sammeln. Ab 162 ist er erfolgreicher Arzt und Philosoph in Rom. Sein Ruf dringt bis zum Kaiserhof; er wird ärztlicher Betreuer des Thronfolgers Commodus. Das Amt lässt ihm reichlich Muße für Forschung und schriftstellerische Arbeit. Die etwa 100 erhaltenen Schriften gewannen eine große Bedeutung, wurden oft übersetzt und galten bis Öffnet internen Link im aktuellen FensterParacelsus (1494-1541) als unantastbare Autorität. In Leipzig wurde 1821-1833 eine Gesamtausgabe durch C.G. Kühn veröffentlicht, die 21 Bände umfasste und zusammen etwa 20000 Seiten zählte. Eine französische Bibliothek hat damit begonnen, wesentliche Teile einzuscannen und ins Internet zu stellen.

Galen gewann viele Erkenntnisse durch Sektionen von Tieren, aber auch von Menschen. Goethe beruft sich mehrfach in seiner Abhandlung über den Zwischenkieferknochen auf Galen, der den Knochen ebenfalls gekannt habe.

- Aus Goethes Singspiel: "Scherz, List und Rache" stammt der Satz: "Beim heiligen Hippokrates, Galenus und bei Sokrates ... " und zeigt damit die Rangfolge in Goethes Augen an.

Durch Galen weiß man, dass die Römer Salat und Kohl zu therapeutischen Zwecken nutzten. Heute noch sind nach ihm die Galenika benannt, eine Arzneimittelhauptgruppe, deren Zusammensetzung und Zubereitung im Deutschen Arzneibuch vorgeschrieben ist.

Bei der Internetrecherche nach "Galen" muss man berücksichtigen, dass der Name sehr beliebt ist und oft bei Vereinen, Plätzen, Unternehmen und Einrichtungen auftaucht. Diese oft unerwünschten Treffer würden das Suchergebnis aufblähen, man vermeidet sie durch ein zusätzliches Suchwort. Die Suchanfrage "Galen Medizin" engt das Ergebnis auf den Ursprung ein, es ergeben sich dann immer noch mehrere tausend Treffer. Man findet ausführliche Lebensläufe, man staunt über die große Anzahl von Universitäten, die sich mit Galen beschäftigen, und der surfende Philatelist wird wieder mit mehreren Briefmarken bekannt gemacht, auf denen Galen geehrt wird. - Eine der letzten wissenschaftlichen Studien erschien 1996 in Leiden und New York von A. Debru: Le corps respirant - La pensée physio-logique chez Galien (Die Atmung als Fundament - Eine physiologische Betrachtung bei Galen), 302 S. - Mehrere seiner Schriften finden sich in englischer Übersetzung unter Öffnet externen Link in neuem Fensterclassics.mit.edu.

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Der Beitrag wurde freundlicherweise von Herrn Professor Günter Laue verfasst. 11/02
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