Situation Ende der 60er Jahre

Autos in der Stadt
Wunden der urbanen Bebauung

Die zunehmende Motorisierung nach dem 2. Weltkrieg bringt die Altstadt an den Rand des Kollapses. Alle, die in der Altstadt zu tun haben, kommen mit dem Auto. In den Randlagen der Geschäftszonen werden Grundstücke leergeräumt und Lücken für wilde Parkplätze geschaffen.

Die Mittelstraße ist Bundesstraße - Durchgangsverkehr - und zugleich Zentrum des Einzelhandels, die Obergeschosse der meisten Gebäude sind als Wohnungen genutzt. Der mittelalterliche Straßenraum kann nicht alle Funktionen zugleich aufnehmen, ohne dass es zu massiven Beeinträchtigungen kommt. Eine bedrängte Situation für die Passanten.

Das Auto hat mit seiner wachsenden Bedeutung starke Wunden in die mittelalterliche Stadtstruktur gerissen.

Die historische Altstadt ist zum reinen Dienstleistungsstandort degeneriert, die aktive Wohnbevölkerung hat die Altstadt verlassen und siedelt im Einfamilienhaus im Grünen. Folglich wird nur noch die Bausubstanz erhalten, für die es sich aus wirtschaftlichen Gründen lohnt. Aufgerissene Straßenfronten, leerstehende Wohngebäude und Blech bestimmen das Bild der Altstadt.

Mittelstraße von West nach Ost (vorher)
Mittelstraße von West nach Ost (heute)