Abwasserbeseitigungsgesellschaft Lemgo GmbH

 

Die Schlammbehandlung

 

 


Der große Faulturm der ersten Ausfaulstufe

Voreindicker, Nacheindicker und zweiter Faulturm
Mit der Filtration des Abwassers ist der Reinigungsprozess abgeschlossen. Übrig bleiben Schlämme mit unterschiedlichen Feststoffgehalten aus den Absetzbecken der Vorklärung (Rohschlamm), der biologischen Reinigungsstufe (Überschussschlamm) und der Festbett- und Filtrationsanlage. Hinzu kommt Schlamm aus der Kläranlage des Ortsteils Wahmbeck und Fäkalschlamm aus Hauskläranlagen. Der Schlamm besteht durchschnittlich aus 4 % Feststoffen und 96 % Wasser. In vier Verfahrensschritten wird das Wasser vom Schlamm getrennt und der Schlamm ausgefault (stabilisiert).

Voreindickung: Der in den Schlammtrichtern der Vorklärbecken gesammelte Schlamm wird in Abhängigkeit von der Schlammdichte automatisch abgezogen und in die Voreindicker gepumpt, wo er statisch eingedickt wird. Die schweren Schlammteilchen setzen sich langsam nach unten ab, während sich an der Oberfläche das sogenannte Trübwasser sammelt. Um den Eindickungsprozess zu fördern, drehen sich sehr langsam in den Schlamm getauchte Rührwerke (Krählwerke). Sie bewirken, dass Methangas austreten kann und dass sich nach Möglichkeit keine unkontrollierten Trübwasserzonen bilden. Das an der Oberfläche gesammelte Trübwasser wird bei der Beschickung der Voreindicker über eine Überlaufschwelle verdrängt und gelangt über Rohrleitungen wieder in den Zulauf der Kläranlage.

zum Seitenanfang

 

Ausfaulung des Schlammes: Der in den Trichterspitzen der Voreindicker eingedickte Schlamm wird zerkleinert und in den Faulturm gepumpt. Im Gegensatz zur biologischen Abwasserbehandlung findet die Schlammfaulung unter Luftabschluss durch anaerobe Mikroorganismen statt. In einem Gärprozess bei Temperaturen von 35° - 38°C zersetzen die Mikroorganismen den Schlamm zu Wasser, CO2 und stabilisiertem Schlamm.

Um eine gleichmäßige Ausfaulung zu gewährleisten und konstante Milieubedingungen zu schaffen, wird der Behälterinhalt ständig umgewälzt und durchmischt. Die Beheizung erfolgt über Wärmetauscher. Sowohl die erste als auch die zweite Ausfaulstufe werden als Reaktor betrieben, d.h. in dem Umfang, in dem eingedickter Schlamm aus den Voreindickern zugeführt wird, wird ausgefaulter Schlamm von der ersten in die zweite Ausfaulstufe bzw. von der zweiten in die Nacheindicker verdrängt. In der zweiten Ausfaulstufe - die nicht beheizt wird - findet nur noch eine Nachfaulung und eine Ausgasung des Schlammes statt.

Nach einer Aufenthaltszeit von 25 Tagen ist der Schlamm stabilisiert . Er ist nicht mehr fäulnisfähig, sondern geruchsfrei und weitestgehend frei von Keimen und Krankheitserregern. Bei der Umsetzung des Schlammes durch anaerobe Bakterien - auch Methan-Bakterien genannt - entsteht Methangas. Es steigt in den Behältern auf und sammelt sich in den Köpfen der Faulbehälter. Durch den sich einstellenden Überdruck gelangt das Methangas über Rohrleitungen in einen Gasbehälter.

zum Seitenanfang

 

Im Nacheindicker wird dem Schlamm Wasser entzogen. Er wird statisch eingedickt, um das Volumen weiter zu verringern. Der Nacheindicker ist oben offen, so dass man hineinsehen kann. Mit speziellen, höhenverstellbaren Abzugsvorrichtungen kann Trübwasser gezielt abgezogen werden. Der Schlammeindicker dient gleichzeitig als Vorlagebehälter für die maschinelle Schlammentwässerung. Ein Tauchmotor-Rührwerk gewährleistet einen homogenen Schlamm für den Betrieb der Schlammentwässerung.

zum Seitenanfang

 

Maschinelle Schlammentwässerung: Nachdem der Schlamm stabilisiert und mit einfachen physikalischen Mitteln soweit wie möglich eingedickt wurde, hat er immer noch eine flüssige Konsistenz. Er wird deshalb mit zwei Zentrifugen weiter entwässert. Dabei werden Flockungsmittel (Polyelektrolyte) zugegeben, die aufgrund unterschiedlicher elektrischer Ladungen eine Trennung des Wassers vom Schlamm bewirken. Während das Wasser wieder in den Zulauf der Kläranlage gelangt, wird der auf rund 25% Feststoffanteil entwässerte Schlamm in Container gefördert und nach Bedarf abgefahren

zum Seitenanfang

 

Aus Schlamm wird Kompost ! Durch eine beauftragte Firma wird der entwässerte Schlamm unter Zugabe von Stroh kompostiert. Bei Temperaturen von über 70°C wird er hygienisiert und weiter entwässert. Der Kompost enthält neben organischen Bestandteilen Nährstoffe wie Phosphate und Stickstoff. Er gewinnt als Mittel zur Bodenverbesserung und als wertvoller Dünger in der Landwirtschaft immer mehr Bedeutung.

 

zum Seitenanfang


Kompostierung von ausgefaultem Schlamm

 

Volumenreduzierung bei der Schlammbehandlung

Technische Daten

Eindicker Oberfläche: 
                Volumen:

2 x 78,50 m2 = 157 m2
2 x 300,00 m3 = 600 m3
1. Ausfaulstufe Volumen:  4.500 m3
2. Ausfaulstufe Volumen:  1.175 m3
Nacheindicker Volumen: 680 m3
   
Maschinelle Schlammentwässerung: 2 Zentrifugen, durchschnittliche. Durchsatzleistung: 15 m3/h u. Maschine
   
Gasbehälter Volumen: 1.000 m3

zurück zur Zeichnung