Raumsparend - das
Reinsauerstoffverfahren
Im Gegensatz zu konventionellen
Anlagen, die nach oben hin offen sind und mit Sauerstoff aus der Luft versorgt werden, ist
das Belebungsbecken der Zentralkläranlage Lemgo aus Immissionsschutzgründen als
geschlossener Reaktor gebaut worden. Das Reinsauerstoffverfahren wurde gewählt, weil
damit für das Belebungsbecken weniger Raum benötigt wird. Der Reinsauerstoff wird in
einer Sauerstofferzeugungsanlage im Klärwerk selbst produziert.
Mit den Oberflächenbelüftern wird das mit
Schlammflocken durchsetzte Schlamm-Wassergemisch - der sogenannte Belebtschlamm - in dem
mit Sauerstoff gefüllten Gasraum verstäubt. Dabei nimmt das Abwasser den von den
Mikroorganismen benötigten Sauerstoff auf. Die Sauerstoffzufuhr kann einerseits über den
Druck im Gasraum und andererseits über die Drehzahl der Turbinen geregelt werden. Nach
Gebrauch wird das Gas aus den Kammern am Ende des Belebungsbeckens mit einem
Restsauerstoffgehalt von 40-60% schadlos in die Atmosphäre geleitet. Die
Oberflächenbelüfter bewirken gleichzeitig die Turbulenzen, mit denen die
Belebtschlammflocken in der Schwebe gehalten werden
.
Die Zeichnung zeigt das Prinzip der Anreicherung des Abwassers
mit
Reinsauerstoff durch die Erzeugung von Turbulenzen |