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Abwasserbeseitigungsgesellschaft Lemgo GmbH |
Pumpstationen, Regenüberläufe und Regenüberlaufbecken
Durch die topographischen Gegebenheiten (hügeliges Bergland, geringe Höhenunterschiede in der Bega-Niederung) muss das Schmutzwasser der umliegenden Ortsteile sowie das Mischwasser der Ortsteile Lieme und Hörstmar gepumpt werden.
Das Abwasser der einzelnen Ortsteile oder mehrer Ortsteile wird in Freispiegelkanälen gesammelt und den jeweiligen Pumpstationen zugeleitet. Von den Pumpstationen wird das Abwasser über Druckrohrleitungen entweder direkt zur Zentralkläranlage oder aber in das Mischwasserkanalisationsnetz der Kernstadt bzw. des Ortsteils Brake gefördert. Ausnahmen bilden lediglich der Ortsteil Brake und das westlich der Kläranlage gelegene Industriegebiet Lieme. Das Schmutz- bzw. Mischwasser dieser Entwässerungsgebiete gelangt, wie auch das Mischwasser der Kernstadt über Freispiegelkanäle, also mit natürlichem Gefälle zur Zentralkläranlage. Allerdings muss das Abwasser dann z. T. auf der Kläranlage mit Förderschnecken angehoben werden.
In der Regel sind in den Pumpstationen aus Wartungs- und Unterhaltungsgründen trocken aufgestellte Kreiselpumpen installiert. Nur in Einzelfällen, in denen der Einsatz trocken aufgestellter Pumpen aus wirtschaftlichen Gründen nicht angezeigt war, sind Tauchmotorpumpen eingesetzt worden. Zur Überwachung des Betriebes und Übertragung von Störungsmeldungen sind die Pumpstationen über Fernmeldeleitungen an das Leitsystem der Kläranlage angebunden.
Die Pumpstationen sind ansprechend gestaltet und passen sich in die Ortsteile und die Landschaft ein.
Zur Entwässerung von Siedlungssplittern, Weilern, einzelnen Häusern und Häusergruppen wird seit einigen Jahren auch die sogenannte dezentrale Druckentwässerung eingesetzt. Bei der dezentralen Druckentwässerung werden auf den einzelnen Hausgrundstücken Pumpstationen errichtet, mit denen das Abwasser in eine Sammeldruckleitung gefördert wird. Die auf den Hausgrundstückegrundstücken installierten Pumpstationen mit Tauchmotorpumpen sind Bestandteil der öffentlichen Entwässerungsanlage und werden von der Stadt Lemgo installiert und auch unterhalten. (Merkblatt für die Druckentwässerung)
![]() Pumpstation Liemerheide |
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Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen können Mischwasserkanalnetze nicht für alle auftretenden Regenereignisse und auch nicht für die Ableitung des gesamten Niederschlagswassers bemessen werden. Die Bemessung der Misch- und Regenwasserkanäle erfolgt aufgrund eines Urteiles des Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 1989 unter Zugrundelegung eines Bemessungsregens der im langjährigen statistischen Mittel einmal in 5 Jahren auftritt.
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Die Ableitung des gesamten abfließenden Niederschlagswassers würde insbesondere bei großen Einzugsgebieten zu so großen Abflüssen und damit zu so großen Rohrquerschnitten führen, dass diese nicht mehr bezahlbar wären. Von daher werden in Mischwasserkanalisationsnetzen regelmäßig Überläufe, sogenannte Entlastungen, eingebaut. Bei bestimmten Abflüssen erfolgt über diese Bauwerke eine Entlastung des Kanalnetzes derart, dass ein Teil des Mischwassers aus der Mischwasserkanalisation abgeleitet und entweder direkt in ein Gewässer oder aber in ein Speicherbecken eingeleitet wird. Die Kombination aus einem Überlauf und einem Speicherbecken bezeichnet man als Regenüberlaufbecken. Die Funktionsweise eines Regenüberlaufbeckens ist in der nebenstehenden Grafik in drei Verfahrensschritten bildlich dargestellt. |
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Die von allen Entlastungen abgeschlagene Gesamtwassermenge bzw. die daraus resultierende Schmutzfracht ist natürlich begrenzt und darf die nach den einschlägigen Bemessungsvorschriften und gesetzlichen Bestimmungen festgelegten Werte nicht überschreiten. Damit die Werte eingehalten werden, muss eine ausreichende Anzahl von Regenüberlaufbecken mit einem ausreichenden Speichervolumen vorhanden sein. Das größte Bauwerk dieser Art ist das Regenüberlaufbecken "An der Bega" mit einem nutzbaren Speichervolumen von rund 7.500 m3 .
Die Regenüberläufe und Regenüberlaufbecken sind in der Mehrzahl in den letzten Jahren neu errichtet bzw. saniert worden. Um auch die von den Regenüberläufen ausgehende Belastung so gering wie möglich und insbesondere grobe, faserige Stoffe den Gewässern fern zu halten, wurden die Regenüberläufe mit Rechen ausgerüstet. Die Mehrzahl der Regenüberläufe und Regenüberlaufbecken sind - wie auch die Pumpstationen - auch über Telefonleitungen an das Leitsystem der Kläranlage angeschlossen.